Hypies Hall of Fame
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Jackie Chan Ein hyperaktiver Junge (Chan über sich) |
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| Ich erinnere mich an einen
ängstlichen Siebenjährigen, der durch die dunklen, muffigen Gänge der
China Drama Academy läuft und sich an der Hand seines Vaters
festklammert. Überall hüpfende, springende, schreiende Kinder: Das
Paradies...
"Wie lange willst Du hierbleiben, Jackie?" "Für immer!" antwortet der Junge, der sich staunend umsieht. Er läßt die Hand seines Vaters los, um sich an den Rocksaum seines Meisters zu klammern. |
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| Jackie Chan - der weltbekannte Stuntman, Regisseur
und
Kung-Fu-Artist. Seine Stunts sind atemberaubend komisch und immer wieder
extrem gefährlich. Seine Verletzungen bei
vielen Filmen sind Legende. Diese Filme sind wirklich komisch, exakt choreographiert, als ob Charlie Chaplin die Prügelszenen
zu seiner besten Zeit geschrieben hätte. Meist gibt es dafür kein
Script, hier ist Intuition des Stunt-Coordinators (Chan selbst) während des Drehs entscheidend. Einen
Gegenstand oder Mitspieler nehmen und damit etwas machen, sich überlegen, wie sich aus
jeglichem Ding und Mitspieler etwas Neues und Verblüffendes herausholen läßt. Und dann dies
und jetzt jenes. Ungefähr so hat Chaplin vor der Kamera, am Set auch
gearbeitet. - "Drunken Master" sollte man gesehen haben, wenn
bevor man diese Welt verlässt. Was gibt es über diesen Mann zu berichten, der
über sich sagt:
Ich brauche keine Special-Effekte, |
Frühe Kindheit
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Es hatte durchaus seine Vorteile, ein Einzelkind zu sein, besonders, soweit es das Verhältnis zu meiner Mutter betraf. Ich hatte ihre uneingeschränkte Aufmerksamkeit, und genau das brauchte ich wohl.
Ich erinnere mich, wie ich als kleines Kind meiner Mutter immer bei der Arbeit zusah. Die meiste Zeit des Tages hatte sie in der Waschküche zu tun, sie mußte Berge von Wäsche waschen, bügeln und zusammenfalten, während ich zwischen ihren Füßen herumkrabbelte. Ich zog die gebügelte Wäsche vom Tisch, hatte den Mund voller Seifenflocken und wäre bei einigen Gelegenheiten beinahe wie ein Hummer blanchiert worden, weil sie beim Umherschleppen des kochenden Wassers über mich stolperte. |
| Wenn meine Mutter Ruhe vor mir haben wollte, setzte sie mich in eine Wanne mit warmem Wasser, dort konnte ich dann nach Herzenslust herumplanschen und spielen.
Selbst am Abend hatte sie es nicht leicht mit mir. Ich lag oft schreiend und weinend in meinem Bett, so daß meine Eltern sich nicht von den Mühen des Tages erholen konnten. Manchmal drang mein Geschrei sogar bis nach oben in das Schlafzimmer des Konsuls und weckte seine Frau, die einen sehr leichten Schlaf hatte. |
Nicht zu bändigen
| "Dieser Junge ist einfach nicht zu bändigen," sagte mein Vater. "Er ist undiszipliniert und hat keine Selbstachtung." |
Die Zeit des "naiven Vergnügens" ist vorüber
| "Schule?" Wütend stampfte ich mit meinem Fuß auf den Boden. Die Schule, das war doch der Ort, an dem die Kinder unserer Nachbarn die besten Stunden des Tages verbrachten. Wo man in lächerlichen Klamotten stundenlang in stickigen Klassenzimmern herumhocken mußte, um Dinge zu lernen, die absolut niemandem etwas nutzen. Alles was ich wissen wollte, konnte ich genausogut zu Hause lernen. Vielleicht sogar mehr als das. |
Die Zeit in der Schule
| Ich haßte diesen Ort von dem Moment an, in dem ich durch das Schultor ging.
Jede Minute, die ich dort verbringen mußte, erschien mir wie eine Strafe (natürlich mit Ausnahme der einstündigen Mittagspause und des Sportunterrichts). Gefangen in einem Klassenzimmer, wurde ich gezwungen, mich mit Schreibarbeiten zu plagen. Zudem hielt mich die monotone Stimme der Lehrerin vom Schlafen ab. Mir wurde schlagartig klar, wie angenehm es war, morgens von meinem Vater aus dem Bett gescheucht und über den Trainingsparcour gehetzt zu werden - besser ein schmerzender Körper als ein weichgekochtes Gehirn! Ich versuchte, mir die Langeweile durch Faxenmachen zu vertreiben. Ich schnitt den anderen Schülern Fratzen, klatschte mit den Handflächen einen Rhythmus auf die Tischplatte oder fiel von Zeit zu Zeit mit meinem Stuhl um, worauf die Lehrerin mich vor die Tür setzte. Dem Himmel sei Dank, daß sie nicht mehr Geduld hatte - wer weiß, was mir sonst noch eingefallen wäre! "Chan Kong-Sang, aus dir wird niemals etwas werden!" pflegte sie mit strenger Miene zu sagen. Worauf ich laut zu lachen begann - ich konnte sie einfach nicht ernst nehmen. Damals waren die Lehrer noch recht kreativ, soweit es das Erfinden angemessener Strafen betraf. Üblicherweise mußte ich den Rest des Tages in der Ecke stehen und meine Schreibunterlage über den Kopf halten. Manchmal wurde mir auch ein Plakat um den Hals gehängt, auf dem geschrieben stand, was ich verbrochen hatte. Zum Beispiel: "Hier seht ihr einen Unruhestifter, der sich nicht benehmen kann." Oder: "Dieser Junge hat seine Bücher verbummelt." Häufig auch: "Dieser Junge hat seine Hausaufgaben nicht gemacht." Falls der Lehrer mir nicht gleichzeitig eine passende Standpauke erteilte, wußte ich nicht, was auf dem Schild stand, da ich nicht gut genug lesen konnte, um die Texte zu entschlüsseln. Da gefiel es mir schon besser, des Klassenzimmers verwiesen zu werden, da ich draußen im Flur meine Ruhe hatte. Wenn mich niemand beobachtete, legte ich meine Schreibunterlage auf den Boden, lehnte mich mit dem Rücken gegen die Wand und döste vor mich hin. Es ist keineswegs übertrieben, wenn ich behaupte, daß ich in der Schule wenigstens eines bis zur Perfektion erlernt habe: im Stehen zu schlafen. Heute bedaure ich es sehr, daß ich in der Schule nicht besser aufgepaßt habe. Ich weiß absolut nichts über die alten Klassiker, über höhere Mathematik oder die Geschichte. Und manchmal frage ich mich, was aus mir geworden wäre, wenn ich einen anderen Pfad eingeschlagen hätte. Wenn ich einen guten Schulabschluß gemacht, studiert und vielleicht sogar als Geschäftsmann Karriere gemacht hätte, oder als Anwalt, oder als Arzt... Man stelle sich vor: Jackie Chan, der berühmteste Arzt der Welt! Aber es ist nun einmal eine unveränderliche Tatsache, daß ich damals nicht einsah, warum ich zur Schule gehen sollte. Jeden Morgen gab mir meine Mutter Geld mit, damit ich abends mit dem Bus nach Hause fahren konnte und nicht den langen Weg den Berg hinauf laufen mußte. Natürlich gab ich das Geld für Naschereien aus, da ich meist das Glück hatte, daß mich jemand den Berg hinauf mitnahm. Es ist schon erstaunlich, wie viele Leute bereit sind, einen kleinen, erschöpft aussehenden Chinesenjungen mitzunehmen, der alleine eine Straße hinaufstapft. Wenn ich nicht per Anhalter mitfahren konnte, mußte ich nach Hause laufen, was einige Stunden dauerte. Auf dem letzten Stück nahm ich dann meist eine Abkürzung und kletterte über die Felsen, so daß ich direkt hinten im Garten ankam. Mit ein wenig Glück schaffte ich es durch die Hintertür bis zu meiner Mutter, ohne daß mein Vater mich erwischte. Hatte ich Pech - was übrigens ziemlich häufig vorkam -, tauchten Vaters Arbeitsschuhe direkt vor meiner Nase auf, wenn ich über das letzte Stück des Felsens kroch. |
Die Schulbücher in den nächsten Abgrund...
| [...] Wenn ich nicht wegen solcher oder ähnlicher Geschichten Ärger bekam, dann fand sich ein anderer Grund. Beispielsweise weigerte ich mich grundsätzlich, meine Hausaufgaben zu machen. Probleme hatte ich auch mit meiner Schuluniform, die trotz ihres horrenden Kaufpreises weder den Gefechten mit meinen Feinden noch der Kletterei auf den Felsen gewachsen war.
Wenn mir die Schulbücher auf dem Heimweg zu schwer wurden, warf ich die Tasche in den nächsten Abgrund, wobei es mich völlig kalt ließ, daß meine armen Eltern alles neu kaufen mußten. Die Konsequenzen- Tiraden, Schläge, Nächte in der winzigen Kammer mitten im Müll - nahm ich mit einem gelassenen Grinsen hin. |
Ende der Schule nach der ersten Klase
| Schließlich wurde meinen Eltern mitgeteilt, daß ich das erste Schuljahr wiederholen mußte. Mir paßte das gut in den Kram, da ich hoffte, daß meine Eltern nun endlich begreifen würden, wie wenig geeignet ich für die Schule war.
Tatsächlich schien mein Plan aufzugehen - statt mir Vorhaltungen zu machen, nahmen meine Eltern mich kurzerhand von der Schule. Nun verfiel ich wieder in meinen alten Trott, sah meiner Mutter bei der Arbeit zu und ging meinem Vater auf die Nerven. Und das war das Ende meiner glänzenden akademischen Laufbahn. Und ich war ausgesprochen stolz darauf, es auf diese Weise geschafft zu haben, nicht mehr zur Schule gehen zu müssen. Kichernd beobachtete ich an jedem Morgen, wie die anderen Kinder den Berg hinunterkutschiert wurden, um einen weiteren Tag in der Hölle zu verbringen, während ich das schöne Wetter in Freiheit genießen konnte. |
Das ungezogene Kind mutiert zu einem Raufbold
| Leider war ich viel zu faul, um die hohen Erwartungen meines Vaters zu erfüllen. Ich beteiligte mich nur, weit ich Angst hatte, daß er sonst seine Techniken an mir ausprobieren würde.
Aber ich lernte doch einiges von ihm, als ich eines Tages begriff, daß mir die Kampfkunst den Umgang mit jedem erleichtern würde, der dumm genug war, sich mir in den Weg zu stellen. So wurde der schlimmste Alptraum meines Vaters Realität -sein ungezogenes Kind mutierte zu einem Raufbold. Jetzt machte mir das Kämpfen auf einmal so viel Spaß, daß es zu meiner zweitliebsten Freizeitbeschäftigung wurde, direkt nach dem Essen. (Nichts war für mich so wichtig wie Essen. Es geht eben nichts über den Genuß, eine gut zubereitete Mahlzeit in sich hineinzustopfen.)Zu meiner Verteidigung muß ich erwähnen, daß ich niemals ohne triftigen Grund eine Keilerei anfing. Nein,
irgendein Grund fand sich immer. |
Auf den Müll
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Nach einer Keilerei:
"Ich habe dich nicht in Kung-Fu unterrichtet, damit du deinen Freunden imponieren kannst", sagte der Vater in eisigem Ton. "Ich habe dir gezeigt, wie man kämpft, damit du es niemals nötig hast zu kämpfen." "Aber er war doch gar nicht mein Freund", nörgelte ich. Da sah mein Vater rot und stieß mich in den Raum zwischen den ganzen stinkenden Müll. |
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Ich rappelte mich auf, und dann hörte ich, wie die Tür hinter mir zugeschlagen und abgeschlossen wurde. Ich hörte die Stimme meiner Mutter und dann die meines Vaters, der ihr in barschem Ton eine Antwort gab. Dann entfernten sich die Stimmen. Ich lehnte mich mit dem Rücken an die verschlossene Tür und sah mich um. Der Raum war winzig und mit Müll vollgestopft. Wenn ich die Arme zu den Seiten hin ausstreckte, hätte ich beide Wände berühren können, wenn nicht alles so zugestellt gewesen wäre. Es gab keine Fenster, also war es stockfinster. Bald war ich überzeugt davon, daß ich bereits eine Ewigkeit auf dem Boden gesessen hatte. Langweilig. Also machte ich es mir so gemütlich, wie es unter diesen Umständen möglich war. Ich versuchte zu schlafen. Was mein Vater mir gesagt hatte, war bereits halb vergessen. Als ich diesen kleinen Rüpel verprügelte, hatte mich meine kleine Freundin angesehen, als sei ich ein großer Held. Wenn man Helden zum Müll steckt, dann mußte ich es eben als Ehre betrachten, hier zu sitzen. Schlimm war allerdings, daß ich das Abendessen verpaßte ... |
Der Rebell kommt mit sieben Jahren auf eine Akademie
| Ich hatte nicht einmal eine Vorahnung, wie es sonst so oft
geschah, wenn ich mal wieder kurz davor stand, vom meinem Vater erwischt
zu werden.
Und auch nicht das prickelnde Gefühl im Bauch, das ich sonst hatte, bevor ich wieder etwas unternahm, an dem man sich allzu leicht die Finger verbrennen konnte. |
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Anm.: Der Vater bringt den Sohn auf eine Opern-Schule. Die Kinder durften sich vor Eintritt die Schule ansehen, es gab Vorführungen, Kämpfe, echte Schwerter und Glanz. Dann konnten sie sich entscheiden, wie viele Jahre sie dort bleiben wollen. Ab diesem Zeitpunkt gab es kein Entweichen mehr. Die Eltern gingen nach Haus und hatten keinen Einfluss auf die weitere Entwicklung mehr. Ab jetzt lebten die Kinder in einem geschlossenen "Bootcamp". Alle nannten sich Brüder. Der Älteste hieß "Großer Bruder" und durfte sich beim Essen zuerst bedienen. Es gab einen Meister und dieser konnte weitere Rechte verteilen. Ebenso verteilte der Große Bruder Rechte. |
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Mit wenig Essen und einem System von Belohungen (Essen) und Schlägen (neg. Konsequenzen) wurden die Übungen für den späteren Auftritt in Chinesischen Opern erlernet. Die Kinder lernten Sachen wie etwa eine Stunde lang auf einer Hand zu stehen, minutenlang und länger in einer beliebigen Stellung verharren. Versagen wurde nicht akzeptiert, der Bambusstock schlug sofort zu. Chan würde später sagen, dass er lernte, seinen Körper so absolut und vollkommen zu beherrschen, wie wir es jetzt in den Filmen sehen können. |
Kabbeleien
| Selbst der härteste Drill kann eine rebellische Natur
nicht unterdrücken. Schon gar nicht bei einem Jungen wie mir - jemandem
der unabhängig sein wollte, dem jede Form von Autorität zuwider war.
Selbst damals auf dem Berg hatte mich die Wut gepackt, wenn sich ältere
Kinder an jüngeren vergriffen. Ich hatte es schlicht gesagt zum Kotzen
gefunden. Auch an der Akademie war ich nicht bereit, mich damit
abzufinden.
(Anm.: Ein Neuer wird drangsaliert, dann ... ) "Was willst Du hier, Dicknase?" zischte Yuen Lung. "Das hier geht dich nichts an!" Der Größte Bruder hatte sich in letzter Zeit angewöhnt, mich Dicknase zu nennen. Ich mußte es hinnehmen, nicht nur weil ich tatsächlich eine ziemlich dicke Nase habe, sondern weil ich auch die Angewohnheit habe, sie in Sachen zu stecken, aus denen ich mich besser rausgehalten hätte. "Laßt ihn in Ruhe, Große Brüder", sagte ich. "Der Meister wird sicher bald wieder zurückkommen - ihr wißt genau, daß die Regeln für Neue nicht gelten!" Bis er seine erste Portion Jiajiang serviert bekommt, fügte ich in Gedanken hinzu. Das paßte Yuen Lung gar nicht, aber er wußte, daß ich recht hatte. Er ließ den Jungen los, versetzte ihm aber noch einen heftigen Stoß. Yuen Tai war allerdings nicht bereit, so leicht aufzugeben. "Ja, zur Hölle, was glaubst du denn, wer du bist, Kleiner Bruder?" schrie er. "Verschwinde hier, sonst verpaß ich dir einen Tritt in den Arsch!" "Du meinst wohl, du küßt meinen Arsch?" erwiderte ich. Ohne Vorwarnung holte Yuen Tai aus und schlug mir ins Gesicht. Die Tränen
schossen mir in die Augen. So sehr ich es auch wollte, ich konnte sie nicht unterdrücken. "Verpiß dich, du Arsch!" fauchte ich. Yuen Tai konnte nicht fassen, was er da hörte. Prompt schlug er wieder
zu. "Verpiß dich!" Wieder ein Schlag. "Verpiß dich!!!" Wieder ein Schlag. Blut lief an meinem Kinn herunter. Er schlug mich weiter, und ich sagte ihm weiter, was ich von ihm hielt. Mein Gesicht begann anzuschwellen, aber ich erhob nicht die Hand gegen meinen zweitgrößten Bruder. "Verpiß dich! Verpiß dich! Verpiß dich!" Yuen Lung hatte wohlweislich beschlossen, sich nicht einzumischen. Als er jedoch bemerkte, daß der Meister nach Hause kam, schnappte er sich den kleinen Jungen, rannte hinaus und brüllte den Namen des Meisters. Als der Meister die Abstellkammer erreichte, tropfte mir bereits das Blut aus der Nase und den Lippen. Mein Mund war von den Ohrfeigen angeschwollen wie der eines Erdhörnchens. Trotzdem murmelte ich unentwegt "Verpiß dich!"; mehr hätte ich allerdings beim besten Willen nicht herausgebracht. "Halt!" schrie der Meister, was Yuen Tai aus seiner Trance riß. Wenn der Meister nicht dazwischengegangen wäre, hätte er vermutlich ewig auf mich eingedroschen. Und ich hätte ihm weiter Widerworte gegeben, bis mein Kinn abgefallen wäre. "Was, zur Hölle, ist hier los?" fragte der Meister wütend, während er mein demoliertes Gesicht begutachtete. Ich blickte zu Yuen Tai, der plötzlich ängstlich wirkte. "Wir hatten eine Meinungsverschiedenheit", sagte ich. |
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Anm: Die Chinesische Oper
ernährte nach dem Ende der Ausbildung allerdings nicht mehr ihre
"Künstler". Sie ging unter. Die Artisten traten nun auf
Hochzeiten und Festen auf, um ihr Überleben zu sichern.
Dabei halfen sich die Brüder gegenseitig, wer einen Auftritt erobert hatte, holte andere Brüder nach. Ein Teil der hungrigen Artisten schlug sich nach Hong-Kong durch. Dort konnte man für fast kein Geld seine Gesundheit als Stuntman riskieren. Man wurde täglich bezahlt, riskierte in dieser Zeit Kopf und Kragen, mußte z.B. aus Häusern auf nackten Betonboden springen. Wieder funktionierten die Seilschaften und der Große Bruder Samo Hung holte den Kleinen Bruder Jackie Chan ins Team. Hung ist der "Dicke" in den frühen Chan-Filmen, vielleicht kennt noch jemand. |
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Anm: Der Durchbruch gelang eines
Tages, als Jackie für einen Regisseur arbeitete, der beim Dreh stets
einschlief.
Die Stuntmänner änderten in dieser unbeaufsichtigten Zeit das Konzept und erfanden eine neue Filmidee - setzten auf Slapstick anstelle der Heldendramen. Als die Muster aus dem Kopierwerk kamen, war es für den Regisseur zu spät. Das Geld war fort und er war gezwungen, den Film zu schneiden und in die Kinos zu bringen. Der Film wurde ein Kassenschlager. Ab sofort waren Jackie Chan und Yuen Lung gefragte Arbeitnehmer. Man erhielt etwas mehr Geld, aber auch mehr Freiheiten bei der Gestaltung. Ab nun durfte er ohne Sicherung von Kirchtürmen springen und die Welt in Atem halten. Der Rest ist Legende. |
So weit unsere Fundstellen aus Kindheit und Jugend.
Es gibt über Chan vieles zu erfahren. Über Spielsucht.
Über riskantes Leben. Über die Filmbranche.
Wer die ganze Story wissen möchte, der kann einfach
ins Kino gehen
oder sich das Buch kaufen. Es ist rasend spannend geschrieben,
man möchte es nicht aus der Hand legen.
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Aus der Autobiographie Broschiert
- 396 Seiten - Heyne, Mchn. |