Hypies Ritalin-Spezial

 

Ritalin begegnen

-Talking back to Ritalin -

Der folgende Text mit dem hellblauen Hintergrund hat es in sich. Alle gespenstischen Vorurteile, Halb-, Viertel- und Achtelwahrheiten die bereits tot geglaubt waren und die dazugehörigen Welt-Verschwörungstheorien wurden für den Inhalt des Breggin-Buches ausgegraben und machen dem Laien bange.

Willkommen in der Geisterbahn -

 

  "Ritalin widersprechen" - Talkin Back to Ritalin

von Dr. Peter R. Breggin (USA)

In Ihrer Buchhandlung im März 1998 (USA)

"Breggin widersprechen"

- Hypies Berlin -

1. Aus Gründen der Alarmierung der Öffentlichkeit über die Gefahren von Stimulantien (Anm.Übersetzer: wird hier mit Drogen gleichgesetzt), darf dieser Anhang des Buches "Ritalin widersprechen" von Dr. Peter R. Breggin ohne weitere Genehmigung in beliebiger Anzahl vervielfältigt werden, vorausgesetzt, daß keine Gebühr für diese Texte verlangt wird und kein Gewinn aus der Verteilung erzielt wird. Die Quelle muß identifizierbar bleiben und der Text muß in seiner Gesamtheit wiedergegeben werden, einschließlich dieser Seite. Aus Gründen der Verbreitung der Nachricht, daß hier ein Buch erschienen ist ....

darf diese Werbung so oft wie nur möglich unverändert wiedergegeben werden.

Wir sind alarmiert ...

2. "Ritalin widersprechen" von Peter R. Breggin, Doktor wird herausgegeben von Common Courage Press, P.O. Box 702, Monroe, Maine 04951. Phone 1-800-497-3207. "Breggin ist ein allerorten bekannter Anti-Medikationist. Er glaubt ebenso nicht, daß Leute mit Schizophrenie medikamentös behandelt werden sollten. Es ist ziemlich klar, obwohl dies bewußt vertuscht wird, daß er mit den Scientologen Verbindungen pflegt." - schrieb eine gewöhnlich gut informierte Amerikanerin über diesen Breggin-Text. Wir gehen davon aus, daß Dr. Breggin (und die Scientologen) dies als Verschwörungstheorie bezeichnen würden und enthalten uns aus opportunen Gründen einer Meinung. Breggin ist bis jetzt eine amerkanische Angelegenheit.
3. Viele Millionen Kinder werden mit Ritalin und anderen Stimulantien behandelt, aufgrund der Tatsache, daß sie ein Aufmerksamkeits Defizit Hyperaktivitäts Syndrom (ADHD) haben und an Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität oder Impulsivität leiden. Zu den Stimulantien zählen: Ritalin (Methylphenidate), Dexedrine und DextroStat (Dextroamphetamin oder D-Amphetamin), Adderall (D-Amphetamin und Amphetamin-Mischung), Desoxyn und Gradumet (Methamphetamin) und Cylert (Pemolin). Außer Cylert haben all diese Medikamente (hier: Drogen) nahezu identische Wirkungen und Nebenwirkungen. Ritalin und die Amphetamine können aus verschiedenen Gründen als ein Typ zusammengerechnet werden. Die Zahl der Kinder unter Drogen hat sich in den letzten paar Jahren vervielfacht.  
4. Ritalin und Amphetamin haben fast identische ungünstige Wirkungen auf das Gehirn und Verhalten, dazu gehört die Schaffung von drogenverursachten Verhaltensstörungen, Psychosen, Manien, Drogenmißbrauch und - abhängigkeit. Das liest sich wie eine einfache, recht pauschale Umkehrung der Tatsachen.
5. Ritalin und Amphetamin schaffen oft genau die Probleme, die sie bewältigen sollen - Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität. Das hat man selten je gehört. Paradoxerweise schaffen Amphetamine bei ADHD-Kindern mehr Ruhe, Konzentration und Aufmerksamkeit.
6. Ein großer Prozentsatz der Kinder wird apathisch, lethargisch, depressiv oder abwesend durch Stimulantien. Ritalin kann permanente neurologische Tics erschaffen, dabei auch das Tourette Syndrom. Es gibt Überdosierungen mit Amphetaminen, die paradoxerweise hyperkinetische Kinder beobachtbar apathisch werden lassen.Wenn dies auftritt, dann muß die Dosis gesenkt werden.

Mögliche Tics sollen nach Absetzen durch Ritalin wieder versschwinden, Ritalin soll im Übrigen lediglich in Einzelfällen körperliche Tics auftreten lassen, vocale Tics (echts Tourette Syndrom) treten hier nicht auf.

Ein Tourette Syndrom wird durch Ritalin bestenfalls demaskiert, ist also bereits vorhanden. Ritalin kann kein TS "erschaffen".

7. Ritalin kann das Körperwachstum negativ beeinflussen, wenn es den Kreislauf der Wachtumshormone (der Hirnanhangdrüse) unterbricht. In den achtziger Jahren fand man bei einer Versuchsgruppe durchweg kleinere Probanden. Ein Zufall, wie sich später herausstellte.
8. Die kürzlichen Funde, daß Ritalin möglicherweise Krebs in einigen Tieren erzeugen kann, wurde von der Bundesgesundheitsbehörde nicht ernst genug genommen. Eine Verschwörung also? Auf jedem Sacharin-Beutelchen wird vor Krebs gewarnt ...
9. Ritalin schafft unentwegt schwerwiegende Fehlfunktionen in dem Gehirn eines Kindes. Es gibt wissenschaftliche Hinweise einer kleinen Anzahl kontrollierter wissenschaftlicher Studien, daß Ritalin das Schrumpfen (Atrophie) oder sonstige permanente physische Abnormalitäten im Hirn erzeugen kann. Dito.
10. Entzug von Ritalin kann emotionales Leiden, wie Depression, Erschöpfung und Selbstmord verursachen. Dies kann Kinder psychiatrisch gestört erscheinen lassen und zu weiterer, fälschlicher Erhöhung der Medikamentation führen. Es gibt keinen Ritalin-Entzug. Ritalin macht nicht abhängig und es braucht keinen geregelten Ritalin-Nachschub. Es gibt einen Rebound, der aber keinem dieser Dinge gleicht.
11. Ritalin macht abhängig und kann eine Einstiegsdroge für andere Abhängigkeiten sein. Es ist eine häufige Mißbrauchsdroge bei Kindern und Erwachsenen. Ritalin macht nicht abhängig. Ritalin kann aufgrund der strengen Abgabe in kleinen Mengen keine Mißbrauchsdroge sein, wenn man nicht die ärztliche Verschreibung als Mißbrauch ansieht.
12. ADHD und Ritalin sind medizinische Marotten, die hauptsächlich in Amerika und Kanada verbreitet sind. Die USA verbrauchen 90 % der Ritalin-Weltproduktion. CibyGeneva Pharmatceuticals (auch bekannt als Ciba-Geigy Corporation), eine Unterabteilung von Novartis, ist der Hersteller von Ritalin. Sie versucht den Markt in Richtung Europa und dem Rest der Welt zu expandieren. Das nennt man Konspirations-Theorie:

Ein Konzern zwingt aufgrund einer vorgeblichen Störung weltweit die Menschen, psychiatrische Medikamente zu nehmen.

13. Ritalin "funktioniert" eher durch das Schaffen von Fehlfunktionen im Gehirn, als durch die Verbesserung von Hirnfunktionen. Dies ist die ausschließliche Art, wie es funktioniert. Das nennt man Diffamierung:

Ein Medikament "arbeitet" an der Schaffung von Ausfällen und Fehlfunktionen, statt etwas zu bessern.

14. Kurzfristig unterdrückt Ritalin kreative, spontane und autonome Aktivität in Kindern, macht sie eher fügsam und gehorsam und willig, sich auf mechanische, langweile Anforderungen einzulassen, wie z.B. Klassenarbeiten, Schul- und Hausarbeiten. Der Autor vergißt den Grad der spontanen und autonomen Aktivität, der vor der Einnahme von Ritalin festzustellen war.
Ritalin war oft die letzte Lösung für einen Schüler im realen Schulalltag, der auch bei bestem Willen der Lehrkräfte ohne Hilfe von außen nicht geändert werden kann. Wer Ritalin ablehnt, muß zuerst die Schulen ändern.
15. Kurfzfristig hat Ritalin keine positiven Wirkungen auf die Psychologie eines Kindes oder auf akademische Leistungen und Aneignungen. Dies wird durch unzählige Studien und durch viele professionelle Besprechungen von Literatur bestätigt. Nach fünfzig Jahren Ritalin-Erfahrungen kommt nun die Erkenntnis, daß alle subjektiv erfahrbaren, positiven Wirkungen nur eingebildet sind.
16. Langfristig, über mehrere Wochen gesehen, hat Ritalin keine positiven Wirkungen auf irgendeinen Aspekt des Kinderalltags. Dito.
17. Kinder mit dem Etikett ADHD zu versehen und sie mit Ritalin zu behandeln, kann sie vom Wehrdienst fernhalten, ihre Karrieremöglichkeiten beschränken und sie lebenslänglich zeichnen. Es kann ihr Selbstbild zerstören, sie subtil demoralisieren und sie entmutigen, ihr volles Potential zu erreichen. Mit ADHD kann man vielleicht nicht zur Armee (och, wieso denn nicht?). Das sollte aber nicht für Verzweiflung sorgen, es gibt ja noch die freiwillige Feuerwehr oder das technische Hilfswerk. Ansonsten ist dies wirklich ein kritischer Punkt:
Das Selbstbild zu erhalten und ADHD weniger als mentale Störung zu sehen ist auch unsere Devise.
18. Es gibt keinen ernsthaften Beweis, daß ADHD eine tatsächliche Störung oder Krankheit irgendeiner Art ist. So wie ADHD definiert wurde, muß es eine Störung sein. Wenn man die Definitionskriterien nicht inhaltlich angreift, kann man die "Definition einer Störung" nicht von der Hand weisen.
19. Es gibt eine große Anzahl von Forschungsarbeiten, die sich bemühen, zu belegen, daß Umweltprobleme ADHD-ähnliche Symptome erzeugen können. Eine geringe Zahl von Kindern mag ADHD-ähnliche Symptome aufgrund von körperlichen Störungen haben, so z.B. Bleivergiftungen, Medikamentvergiftungen, Erschöpfung und Kopfverletzungen. Körperliche Ursachen können wahrscheinlicher bei ärmeren Gemeinden der USA zu finden sein. Hier finden wir die Dinge, die eigentlich nicht Gegenstand der Diagnose ADHD sind, sondern eher dem folgenden zuzuordnen sind: Echte Bleivergiftungen, orginäre Medikamentvergiftungen, tatsächliche Erschöpfungszustände und nachweisliche Kopfverletzungen.

Wir meinen, ähnlich (aber nur ähnlich) wie Breggin, daß die Lernumgebungen sich ändern müssen, hin zum Lebendigen. Der Autor Breggin scheint allerdings das Wort Umweltprobleme zeitgeistnah einzusetzen. Damit geht er am Problem des jeweiligen Umfeldes ganz vorbei. 

20. Es gibt keinen Beweis irgendeiner physischen Abnormalität in den Gehirnen oder Körpern von Kindern, die man routinemäßig mit dem Label ADHD versieht. Sie haben keine bekannte biochemische Unausgeglichenheit oder "falsche Verkabelung". Es stimmt, daß die Beweisführung für die biologische Verursachung von ADHD keine physische Fundstelle benennen kann. Das wäre aber auch bei erblichen Depresssionen, Schizophrenie und ähnlichem nicht anders. Diese Dinge haben keinen sichtbaren Sitz. Das wäre kein Fehler im System einer Störung, daß sie ihren Sitz mit einem roten Punkt kennzeichnen soll und es einfach nicht tut.
21. ADHD ist eine kontroverse Diagnose mit wenig oder keiner wissenschaftlichen oder medizinischen Grundlage. Ein Elternteil, Lehrer oder Doktor kann sich in guter Gesellschaft fühlen, wenn er die Diagnose ablehnt und sich weigert, das Kind damit zu versehen. Kontroverse Diagnose, ja. Wir alle sollten uns niemals gemütlich einrichten mit einer derart vielfältigen und widersprüchlichen Angelegenheit. Da ist viel Zeit zum überdenken mit im Spiel..

Ein Arzt in der akuten Fragestellung allerdings sollte vorrangig dem Kind noch heute helfen, wenn es ernsthafte Probleme hat. Wenn dies zu einer Diagnose führt und er hat seine Sache gewissenhaft gemacht, ist er in bester Gesellschaft mit jedem ernsthaft besorgten Menschen.

22. Ciba zahlte Millionen Dollar um Elterngruppen und Medizinern die Idee, Ritalin zu nutzen, anzudienen. Ciba hilft und unterstützt die Elterngruppe CH.A.D.D und die organisierte Psychiatrie. Ciba ist gesetztlich verpflichtet, Gelder in solche Organisationen zu geben. Es wäre nicht sonderlich erfreulich, wenn Ciba verpflichtet wäre, Gelder in die Raumfahrt zu investieren. Die Glaubwürdigkeit der so unterstützten Organisationen kann man an ihrer Offenheit und Kritikfähigkeit messen. Wenn sie gar keine Ritalin-Probleme mehr sehen, dann wurde das Geld mit der falschen Hand genommen.
23. Das US Department of Education und das National Institure of Mental Health (NIMH) preisen Ritalin so ungehemmt, wie die Hersteller der Droge, oft in noch glühenderen Worten, als die Drogen-Hersteller legal verwenden dürfen. Uns nicht erkenntlich gewesen.
24. Unsere Gesellschaft hat den Drogenmißbrauch unter unseren Kinder institutionalisiert. Schlimmer noch, wir schädigen unsere Kinder eher mit Medikamenten (hier: Drogen), als Anstalten zu machen, bessere Wege, ihren Bedürfnisse zu entsprechen, zu finden. Auf die lange Sicht hin, geben wir unseren Kindern eine sehr schlechte Lektion - das Drogen die Antwort auf emotionale Probleme sind. Wir ermutigen eine Generation von Jugendlichen sich eheer auf psychiatrische Medikamente (hier: Drogen) zu verlassen, als auf sich selbst oder menschliche Hilfe. Bessere Wege fordern auch wir. Besseres Eingehen und Mitgehen mit den Bedürfnissen von Kindern. Auch wir meinen, daß Ritalin nicht Pädagogik und menschlichen Beistand ersetzen kann.

Wohl aber kann Ritalin in bestimmten Fällen menschlichen Beistand möglich machen, wo vorher nur Ablehung und moralisches Fehlurteil anzutreffen waren.

25. Das Material dieser Zusammenfassung wird im Buch "Talking Back to Ritalin" mit Zitaten aus wissenschaftlicher Literatur dokumentiert. Das Buch beschreibt ebenfalls nicht-medizinische Ansätze, um Kindern zu helfen, die mit ADHD diagnostiziert wurden, durch die Identifizierung und Annäherung an die Grundbedürfnisse von Kindern und durch Verbesserungen in Schule und Familie. Wenn es kein ADHD gäbe, dann gäbe es keine besonderen Bedürfnisse solcher Kinder, die man ggf. nicht-medizinisch behandeln müßte. Dann würde das Buch ins Leere gehen.

Gehen wir ruhig einmal davon aus, daß es etwas gibt, was besondere Sorgfalt und auch Umdenken notwendig macht.

Tun wir doch nicht so, als wäre Millionen Eltern so gedankenlos, ohne ernsthafte Zweifel und genaueres Hinschauen ein Medikament einzusetzen, daß selbst (kritischen) Erwachsenen helfen kann.

Danke, Dr. Breggin.

end Wenn Sie die Anstrengungen unterstützen wollen, psychiatrische Drogenbehandlung bei Kindern zu stoppen und einen Rundbrief erhalten wollen, laden wir sie ein, dem International Center for the Study of Psychiatry and Psychology, 4628 Chestnut Street, Bethesda, MD, 20814, beizutreten. Wenn Sie Ritalin für ihr eigenes ADHD einsetzen wollen, informieren Sie bitte Ihren Neurologen davon und teilen Sie ihm ihre eventuellen Bedenken mit.

Er wird sie gerne beraten und ihre persönliche und exakte Dosis über einen Zeitraum von ca. sechs Wochen für sie herausfinden. Wenn sie unzufrieden mit der Wirkung sind, dann - lassen sie es halt.

Manche lieben (es) halt ohne. Oder nur hin und wieder. Oder nur im Urlaub. Oder an bestimmten Tagen, die mit M anfangen. Es ist ihr Leben...

Wir wollen solche Texte nicht auslassen, weil früher oder später diese Argumente ihren Weg in die Öffentlichkeit finden und für "Furore" sorgen. Besser wir machen das, als der Nachbar.

Copyright Anmerkungen Hypies 7/98