Ritalin
arznei-telegramm
Hypertonie nach Methyphenidat (RITALIN)
| Ein Apotheker berichtet von einem 14-jährigen Jungen bei dem unter
Einnahme des Psychostimulans Methyphenidat (RITALIN) ein Blutdruck von
160/80 mmHg und Spitzenwerte von 180/1000 mmHg festgestellt werden (NETZWERK-Bericht
10.170). Die Amphetamin-Variante kann Pulsrate und Blutdruck erhöhen.
Der Blutdruck sollte bei allen Patienten, auch bei Kindern und
Jugendlichen, kontrolliert werden, insbesondere bei vorbestehender
Hypertonie. In der Regel wird Methyphenidat bei Hyperaktivität
spätestens in der Präpubertät abgesetzt, nicht zuletzt auch wegen des
erhöhten Missbrauchpotentials von Stimulantien in der Adoleszenz (BENKERT
O., H. HIPPUS: "Psychiatrische Pharmakotherapie", 6. Auflage,
Springer-Verlag 1996, Seite 397).
http://www.arnei-telegramm.de |
Bemerkungen hierzu:
| Das Arznei-Telegramm ist eine Trend- und
Frühinformationseinrichtung für Apotheker. Hieraus entnehmen Apotheker
u.a. Dinge, die sich in einem Vorstadium befinden, d.h. noch nicht
abschließend geklärt sind.
Das Ritalin den Tonus anhebt und strafft ist bekannt. Die Gabe von Ritalin für Menschen mit Hypertonie (Tonus hin zum Überspanntsein, Fußspitzengehen u.a.) ist daher mit dem Arzt abzusprechen. Das Kinder in den Wirren der Pubertät keine Medikation erhalten sollten, ist widerum nicht nachzuvollziehen. Ein erhöhtes Missbrauchspotential können wir nicht erkennen, bzw. bei kontrollierter Gabe von Ritalin dürfte ein solches ausgeschlossen sein. |
Hypies 10/99