Der Anfang

 

Im Mutterleib entstehen jede Minute 250.000 neue Nervenzellen in der Großhirnrinde des Embryos. Ein neu geborenes Kind besitzt 2.500 Verbindungen je Nervenzelle, die hauptsächlich die vitalen Funktionen steuern, aber schon ein sechs Monate altes Kind hat je Nervenzelle 15.000 Verbindungen zu anderen Nervenzellen  aufgebaut. 

Wenn wir erleben, werden zu dem, was uns als Vorrat (Erbgut) mitgegeben wurde, weitere Nervenzellen mit ergänzenden Informationen belegt. Jede Erfahrung, jedes Wissens- und Erfahrungsdetail erweitert und verändert das Gehirn. Daher spricht man auch von einem plastischen Gehirn, weil es permanent formt.

Was von den ursprünglichen, individuell verschiedenen Möglichkeiten des Gehirns zur Entwicklung kommt, entscheidet die in der Welt der "Anderen" vorhandene Möglichkeit  des Menschen, überhaupt Erfahrungen machen zu können.

Das Kind, das vielen (bestärkenden) Erfahrungen ausgesetzt wird und dessen Neu-Gier mit offenen Armen empfangen wird, wird mehr Erfahrungswege aufbauen und diese als sein Startkapital nutzen können.

 

Eine abwechslungsreiche Umgebung macht Babys schlauer. Bei Labormäusen, die in abwechslungsreichen Käfigen gehalten wurden, fanden sich bis zu 25 Prozent mehr Verbindungsbrücken (Synapsen) zu anderen Nervenzellen, als bei Mäusen, die in langweiligen Kisten ihr Leben fristeten. Stichwort: Motivation.

Interessant ist, daß ein fünfjähriges Kind bereits 30 % seiner überhaupt möglichen intellektuellen Fähigkeiten erreicht hat.

Nur das bisher erfolgreich umgesetzte Potential bildet die Basis für die weitere Entwicklung. Je kleiner die erschlossene Ausgangsfläche ist (das bis dahin realisierte Potential), desto kleiner wird zukünftig das Gebäude sein, das darauf entstehen kann.

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