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Ordnungssysteme |
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Wird eine unbewußt wahrgenommene Abweichung (etwas Neues) als interessant bewertet, werden alle Ensembles durch das RAS (Retikulares Aktivierungs System) zur Mitarbeit aufgefordert. Das geschieht eine lange Zeit (vgl. Schrecksekunde) bevor die Information gezielt an das Bewußtsein weitergeleitet wird. In uns selektiert es unbemerkt und unaufhörlich, die Außenwelt wird durch alle vorhandenen Ordnungssysteme gefiltert. Was wir überhaupt wahrnehmen, ist das, was diese Systeme für uns aus dem Informationschaos ausgefiltert haben. Damit wir im Chaos der eingehenden Informationsfragmente überhaupt zu einer Wahrnehmung fähig sind, können Eindrücke nur in unser Bewußtsein treten, wenn sie die entsprechende Erlaubnis innerhalb aller vorgeschalteten Ordnungsyssteme erhalten haben. Diese Ordnungssysteme sind bisher weitgehend unbekannt. Dennoch entscheiden sie nicht nur über den Eingang von Informationen und Reizen in einer Situation, sondern auch über die möglichen Gedanken einer Person. Hierzu eine illustrierende Beschreibung: |
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"Gewisse Gedanken ordnender
Art, Gedanken, welche die Ordnung zwischen den Gedanken herstellen, kann
man ganz gut mit Beamten vergleichen in ihrem Verhalten. Ursprünglich
als Diener der Allgemeinheit aufgestellt, werden sie bald zu deren
Herren. Sie sollten die Produktion ermöglichen, aber sie verschlingen
sie. Gewisse Widersprüche zwischen den Gedanken ausnutzend, schwingen
sie sich zum Herrn auf; dabei halten sie sich an die Mächtigen, nicht
an die Nützlichen.
Man kann das Reich der Gedanken mit gewöhnlichen Reichen vergleichen, sagte Me-ti verächtlich. Es herrscht die übelste Unterdrückung. Ein anderes Ordnen als Unterdrücken gibt es nicht. Gewisse Gruppen kommen an die Macht und unterwerfen alle übrigen. Nicht die Leistung entscheidet, sondern die Abkunft und die Verbindungen. Die Nützlichen werden gezwungen, den Mächtigen zu dienen. Die sich einmal in den Besitz der Macht gesetzt haben, halten alle Neuaufstrebenden nieder. Gewisse Ansammlungen aufrührerischer Gedanken werden schonungslos verhindert. Eine riesige Gruppe von Gedanken verdanken ihre Existenz nur den Diensten, die sie wieder anderen erweisen; im im Hinblick auf diese haben sie einen Zweck. Das System der Prüfungen ist ganz und gar korrupt. Beziehungen entscheiden. Bestimmte Gedanken sind einzig und allein dazu angestellt, dieses Reich für ewig zu erklären. Sie beweisen Tag und Nacht, daß es ein Stück Natur ist und unveränderbar. Diese Gedanken werden ab und zu, wenn sie im Dienste ergraut sind, ersetzt durch andere, jüngere und leistungsfähigere. Sie vertreten das Alte mit neuen Wörtern." (Aus "Me-ti, Buch der Wendungen") |
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Haben wir es bei diesen mentalen Informationsverwaltern tatsächlich mit einer Diktatur zu tun oder wird im Abstimmungsverfahren der feuernden Neuronen aller verfügbaren Ensembles entschieden? Wieviele Stimmen hat in bestimmten Situationen der Selbsterhaltungstrieb, wieviele Stimmen bringen die eingeübten Routinen der Anpassung mit sich? Warum können Suggestion und Drohungen von Außen durchdringen, die den vitalen Interessen eines Individuums deutlich widersprechen? Wir wissen es nicht. Wir sind in jedem Augenblick vom Chaos der gleichzeitigen ablaufenden Prozesse (im Inneren des Gehirns) abgeschirmt und durch erlernte Routinen in der Lage, die meisten der eingehenden Eindrücke komplett zu ignorieren. Dies ist unser Kapital und unser Bankrott, je nach der Situation, in der wir uns befinden. Interesse erweckt meist nur die Abweichung, die Neuigkeit, die es zu verarbeiten gilt. Aber auch hierin werden wir eines Tages routiniert und meinen gern, es gäbe "nichts Neues unter der Sonne".
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coypright Hypies (TM) 12/99