Hypies Brainworkz

PET-SCANS

Positronenemissionstomografie

Was genau wird beobachtet?

Juli B. Schweitzer von der Emory Universität machte einst PET-Studien mit ADHD-Probanden und nicht betroffenen Studenten. Die Teilnehmer hörten alle 2,4 Sekunden eine Zahl aus einer Serie von Nummern und wurden gebeten, die letzten zwei Zahlen jeweils zusammenzuzählen. 

Als Schweitzer auf die PET-Scans sah, erblickte sie zwei große Unterschiede zwischen den Gruppen. Erstens behielten die ADD-Personen einen hohen Blutfluss, während die Kontrollbildschirme eine Deaktivierung der Region temporal gyrus anzeigte - die eine Art des Lernens indiziert.

Die ADHD-Gruppe hatte also Gehirnregionen aktiviert, die für visuelle Aufgaben bereitstehen. "Ich ging zurück und fragte die ADHD-Kandidaten, ob sie eine bestimmte Strategie benutzt hätten", sagte Juli Schweitzer. "Viele der ADHD-Probanden sagten, dass sie, anstelle die Nummern vor sich herzusagen, wie es einige der Nicht-ADDer taten, die Zahlen visualisiert hatten."

Schweitzer nimmt an, das diese Visualisierung eine Art der Kompensation für beeinträchtige kognitive Fertigkeiten an anderer Stelle darstellen könnte.

Scientific American, 8/96

 

Was wäre gewesen, wenn die Aktivierung der visuellen Zentren überhaupt nicht aufgefallen wäre. Dann stände man vor dem Rätsel, wieso "partiell Hirntote" dennoch zu Ergebnissen kommen. 

Im Geflacker der atemlosen, übergreifenden Hirnaktivitäten ist der Blick auf nur eine Hirnregion lediglich ein Abgleich mit dem genormten Vorgaben, wo man was zu finden hat.. 

Wenn andere, durchaus erfolgreiche  Hirntätigkeit gleichfalls als "krank" oder "defizitär"  gelten muss, dann haben wir es nicht mehr mit der Suche nach Verständnis für "alle Sorten Gehirn" zu tun.

Es liegt immer wieder daran, die Norm nicht als gültige Vorgabe zu nehmen, sondern andere Hirnaktivitäten als gültige Denkmuster anzunehmen. Wer bestimmt, ob das Visualisieren nicht ein gültiges Denkmuster ist.

Die Schlussfolgerung, dass Menschen, die auf kognitive Anforderungen mit visuellen Arbeitsschritten reagieren, ein "Beeinträchtigung" der kognitiven Fertigkeiten haben müssen, stellt Menschen ohne visualisierendes Erkennen von Lösungen unangemessen besser. 

 

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07/2000