OCD - Ängste, Zwänge - Hypies
George Lynn
- Überlebensstrategien für Eltern von ADD-Kindern:Vom Umgang mit Besessenheit, Zwangsverhalten,
Depression, explosivem Verhalten und Wutanfällen
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Nachfolgend ein Text aus einer anderen Welt, in dem ein Therapeut interessierten Eltern einfache und konkrete verhaltenstherapeutische Hinweise gibt, um ihnen zu helfen, ihre Kinder besser zu verstehen, deren Ratgeber zu werden und dabei falsche Bevormundung durch empathische Nähe zu ersetzen. In Deutschland werden solche Texte weniger geschrieben, aber das muß ja nicht so bleiben. W ir hoffen auf eine positive Entwicklung von Eltern und deren Ratgebern in unserem Land; weg von der Geheimwissenschaft der "Experten", die aus leider verständlichen Gründen noch viel zu oft auf ihrem Wissensvorsprung hocken und doch niemals für das Kind sein können, was aufgeklärte und gut beratene Eltern vom ersten Tag an für das Kind sein sollten: Partner fürs Leben, in guten wie in schlechten Zeiten. Amen.W enn nun in den Familien mehr Zeit, Nähe und Ressourcen nötig wären, als die großen und kleinen Machthaber unserer Staats- und Wirtschaftsmaschine den unglücklichen Eltern- und Kindermenschen zubilligen, dann haben wir ein Problem, daß auch der Verhaltenstherapeut nicht lösen wird können.O ft sind Eltern als Produkt solcher selbst durchlebten Härten nicht in der Lage, den Alltag ihrer Kinder mit der erforderlichen Nähe zu füllen, die sie selbst nie erfahren haben. Da vererbt sich eine Struktur, die man brechen muß.D ie Verantwortung für diesen Zustand darf man getrost auch dort vermuten, wo die Selbstbedienung an den durch diese Härten geschaffenen Überschüssen als selbstverständlich gilt und die Schuld für das Versagen der Elternhäuser als moralisches Problem der Eltern gehandelt wird, auf das man mit Strafen reagieren sollte.Notorisch änderungsfreudig: Hypies Berlin |
George Lynn, Autor, Kindertherapeut, Wahrscheinlich verrückt: Verbringt täglich Zeit damit, in Compuserve's ADD-Forum unentgeltlich betroffene Menschen mit seinem fachlichen Rat zu stützen. |
Kapitel 12:
Der Herausforderung von Besessenheiten
und Zwängen begegnen
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"Josh war sich sicher, daß, wenn er den inneren Drang widersetzen würde, ihm ein furchtbares - er konnte nie benennen was dies sein würde - Schicksal bestimmt sein würde. Er hörte sich so ängstlich an, als hätte er ein schreckliches Horrorfilm-Monster in seinem Kopf, das sagte: 'Wenn Du dies nicht machst, dann komme ich Dich holen!'" Tina - Mutter eines Kindes mit Zwangsideen und Zwangshandlungen
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Ein Kind mit Zwängen und Besessenheiten kann ein Familie komplett irr machen Besessenheiten sind dumme oder ängstigende Gedanken, oft auch "Zwangsideen" genannt, die das Kind nicht aus seinem Kopf herausbekommt. So peinigend die Besessenheiten auch sind, die physischen Zwänge, auch "Zwangshandlungen" genannt, die einsetzen, um die Ängste der Besessenheit zu mildern, können sich sogar noch bedrückender auf das Kind und seine Familie auswirken.Diese Zwangshandlungen sind die Folge einer inneren Gehorsamkeit gegenüber den Zwangsideen, um dem Kind ein Gefühl der Sicherheit geben. Es wird vielleicht seine Hände unaufhörlich waschen, um sich vor Keimen zu schützen, bis man es mit Nachdruck aus dem Waschraum schleifen muß. Es kann über Stunden das Licht hunderte Male ein und ausschalten, um sich "Glück" zu sichern. Es mag verlangen, daß alles im Hause "genauso so" geordnet sein muß. Beispielsweise kann das Kind auch ein paar Duzend Mal innerhalb einer Stunde Zähl- oder Kontrollrituale tätigen, um sicher zu sein, daß jede Schublade exakt geschlossen wurde und sich Jegliches genau an seiner "richtigen" Stelle befindet. Es mag notwendig werden, daß zwei Kissen jede Nacht präzis in der selben Weise gelegt werden oder das Kind wird nicht schlafen können. Es nervt und streitet über Dinge, bis jeder sich ein wenig irr fühlt und erpreßt so, daß man sich unaufhörlich mit ihm beschäftigt. Tiefgreifende Ablehnung kann die Folge sein.
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Phobien oder unerklärliche Ängste begleiten Besessenheiten und isolieren das Kind weiterhin. Es wird vielleicht nicht vor die Tür gehen wollen, weil es fürchtet, daß seine Anwesenheit Autofahrer ablenkt und dadurch Unfälle geschehen. Oder es kann sich Todesfurcht beim Kind einstellen, daß vielleicht Keime es krank machen, wenn es etwas berührt, das andere berührt haben. Allein die Vorstellung, Papier zu berühren, kann dem Kind unerträglich sein. |
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Diese Dinge machen es zuweilen sehr schwierig in der Schule. Besessenheit ist nur einen Steinwurf von den notorischen Wutanfällen entfernt. Weil das Gehirn des Kindes mit Zwangsideen angefüllt ist, erlebt es akute Angst, wenn es gehindert wird, die Spannungen der Besessenheit dadurch zu erleichtern, daß es seinen Zwängen nachgeht. Tatsächlich fühlen viele Kinder, daß sie in tödlicher Gefahr schweben, wenn sie sich dem Diktat der Besessenheit widersetzen. "Wenn ich auf die Spalte auf dem Gehweg trete, wird der Rücken von Großmutter brechen!" Kein Wunder, daß es wütet, wenn man ihm erzählt, es solle sich diese dummen Gedanken aus dem Kopf schlagen. Besessenheiten und Zwänge begleiten oft andere Verhaltensproblemstellungen, die mit emotionaler Unbeständigkeit, Depression und Hyperaktivität einhergehen. Des Kindes Besessenheit kann sich in früher Kindheit einfinden und ab da ein ständiges Merkmal sein, das auch in der Pubertät noch anzufinden ist. Zwänge und Besessenheit können aber auch aus dem Nichts heraus auftauchen, wenn das Kind die Pubertät erreicht. Wenn sie zu dieser Zeit auftauchen, sind sie gewöhnlich weniger im Verein mit Aufmerksamkeits-Problemen zu finden und existieren als reiner Typus der Diagnose OCD - besessen zwanghaftes Verhalten. Kinder mit dieser Diagnose werden oft nicht die Zeichen von Hyperaktivität oder Angriffslust derjenigen Kinder aufweisen, bei denen die Besessenheit gegenüber den Hauptrichtung ADHD oder Tourette Problemen nachrangig ist. Besessen zwanghaftes Verhalten, auch "Zwangsstörung" genannt, hat seinen Ursprung mit einem niedrigen Level des Neurotransmitters Serotonin in dem Basalganglien-Bereich des Gehirns (brain stem area). Wenig Serotonin in diesem Bereich scheint "Sorgen-Gedanken" zu erlauben, aus dem Überwachungszentrum heraus in das Bewußtsein zu gelangen. Die Gedanken, die herauf drängen haben machtvolle, emotionelle Inhalte und sich in einer Stunde um viele hundert Male wiederholend, binden sie das Bewußtsein intern mit aller Macht. Man erlebt oft den "starren-100-Meter-Blick", wenn man zu einem der Kinder mit Besessenheiten spricht, die typischerweise ohnehin bestürzt sind, daß sie so etwas haben.
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Die meisten von ihnen sind unfähig, auch nur irgendeinen Aspekt dieser sich rasend wiederholenden Denkvorgänge zu teilen, selbst mit denen nicht, denen sie vertrauen und die sie lieben. In der Nacht wach, bedrängt von unablässigen, grausamen Bildern oder sinnlosen Berechnungen, wie viele Worte mit bestimmten Buchstaben beginnen oder wie viele Dinge ein bestimmtes Gewicht haben.
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Diese Kinder leben in einer privaten Hölle. Distress resultiert aus dem Bestärken oder Unterdrücken von Besessenheit Viele Eltern erleben machtvolle Gefühle der Hilflosigkeit und der Entmutigung, wenn sie auf die Herausforderung treffen, ihrem aufmerksamkeitsverschiedenen Kind bei seinen Zwangsideen und Zwangshandlungen helfen zu sollen. Obwohl sie wissen, daß dessen Probleme einen neurologischen Ursprung haben, treibt die schiere "chinesische Wasserfolter"-Intensität der Besessenheit des Kindes sie dazu, entweder zu kämpfen oder zu fliehen. Kampf entsteht, wenn die Eltern zurückwüten, um des Kindes Verhalten zu stoppen, wissend, daß es dies nicht kann. Flucht ergibt sich, wenn die Eltern sich in die Besessenheit einfinden, ihre häuslichen Routinen aufgeben, um dem Kind zu entsprechen und sich dabei wie auf Eierschalen bewegen. Der Eustress-Ansatz: Der Besessenheit als Herausforderung begegnen Wenn man den Eustress-Ansatz auf konkrete Situationen anwendet, kapituliert man weder vor den Obsessionen des Kindes - noch tut man so, als gäbe es diese nicht. Du erlebst das besessen zwanghafte Verhalten Deines Kindes als Herausforderung an Deine Erfindungsgabe und Deinen Witz. Du bist nicht hilflos im Angesicht der Gegebenheiten und es gibt für dich eine Vielzahl von Möglichkeiten, wie man die Dinge wenden kann. Du wirst herausfinden, daß der "Weg des Eustress" gesäumt ist von kleinen Erfolgen, die des Kindes Befähigung aufbauen, die Wucht des Auftreffens der Zwangsideen abzumildern. Während Dein Kind jeden weiteren Erfolge erlebt, stärkt es sich zunehmend merklich. Distress wird Eustress,, wenn es seine geistigen Muskeln trainiert, um letztlich die Verantwortlichkeit für seine eigene Heilung zu übernehmen. Acht Überlebensstrategien für Eltern eines aufmerksamkeitsverschiedenen Kindes mit Besessenheiten und Zwangshandlungen "Sieht aus, als hättest Du es schwer, einzuschlafen. Geht es Dir gut?" "Sieht aus, als währst Du heute in einer Sorgen-Achterbahn. Gibt es irgend etwas, was ich tun kann, um Dir zu helfen?" Beschäme niemals Dein Kind für seine Obsessionalität mit Feststellungen, wie: "Hört auf, Dich wie ein Irrer zu benehmen! Mach nur so weiter und ich bring Dich ins Heim." "Stop das oder Du wirst das nächste Jahr im Keller wohnen!" Sage statt dessen: "Ich hab's heute nicht leicht mit Deiner Besessenheit und Zwängen. Ich bin wirklich total gestresst, aber wir werden es schon beide packen."Wenn das Kind entspannt ist, versuche für einige Momente unaufdringlich auf seinem Pfad zu wandern, seinen Redewendungen und seinen Atemmustern zu folgen. Forschung über zwischenmenschliche Kommunikation zeigt uns, daß diese Art bedachter Nachahmung grundlegend für das Entstehen von Vertrauen und Austausch ist. Eine gute Zeit dies zu tun, ist die Zeit bevor das Kind abends einschläft. Werde synchron mit ihm, indem Du ein Buch vorliest, redest, singst oder ihm eine kleine lindernde Rückenmassage gibst. Wenn das Kind entspannt ist, führe es durch die folgende Übung: "Die Rose" , eine Visualisation (=Bilderspiel)"Stell Dir vor, Du siehst vor dir ein eine große gelbe Rose. ... Tu sie vor einen Hintergrund, der Dir wirklich vorkommt .... Stell Dir vor, Du riechst sie, berührst sie sanft ... Koste an den Tautropfen auf den Blättern ... Während Du das tust, stell Dir vor, daß sich die Rose öffnet ... Nun ist sie vollkommen geöffnet ... Nun schau sie an, wie sie sich schließt ... und wie sie mit einem 'Plopp'-Geräusch ins Nichts verschwindet." "Nun stell Dir eine schöne rosa Rose vor ... (selbe Erzählung wie zuvor oder erfinde selbst etwas)." "Nun stell Dir eine wunderschöne rote Rose vor ...(selbe Erzählung wie zuvor, bis zu dem Punkt wo sich die Rose öffnet). Nun schau Dir die Rose vor Dir an und denk daran, daß diese Rose alle Denk-Energie enthalten kann, die Du brauchst, um alle Sorgen loszulassen und einzuschlafen. Tu allen Krach, Worte und Gedankenbilder in diese Rose .... Schau zu, wie diese Rose sich um alle Deine Sorgen schließt und mit einem 'Plopp' verschwindet ... und alle Sorgen mitnimmt." Leite Dein Kind an, sich diese visuelle Vorstellung zu machen, wann immer es von zwanghaften Bildvorstellungen geplagt wird. Manche Kinder bevorzugen andere Mittel, die ihre Besessenheiten entsorgen sollen, wie z.B. ein Düsenflugzeug oder eine rauschende Toilette. Finde heraus, welches Image funktioniert und hilf Deinem Kind, dieses zu benutzen, um Ruhe in seinen Verstand zu bringen. Um ihm zu helfen, seine eigenen Lösungen zu entwickeln, mußt Du in der Lage sein, mit ihm über seine Zwänge zu sprechen und dies erfordert einen tiefgehenden Austausch. Du erreichst diesen Austausch nur über langsame, schrittweise Annäherung - in Augenblicken, in denen ihr Euch auf gleicher Höhe befindet. In diesem Austausch kannst Du Dich als Ratgeber anbieten. Wenn Du geduldig bist und das Kind leidet, wird es vielleicht wagen, sich Dir zu öffnen. Dies ist eine wichtige Gelegenheit. Frage es, ob es Hilfe für seine Ängste braucht, die ihm gleichzeitig Sicherheit läßt. Es ist wichtig, daß jede Erwägung, die Du vorträgst, nicht als Angriff auf den Teil des Kindes gedeutet werden kann, der die obsessiven Muster hervorzaubert. Dieser Teil wird klugerweise weiterhin wie ein "Freund am Hofe" angesehen. Laß Dir in Deiner Unterhaltung Zeit, herauszufinden, welche Bilder ihm Trost spenden oder einen Sinn von Stärke und Sicherheit vermitteln. Frag es, wann es sich zuletzt wirklich sicher und friedlich gefühlt hat. Suche weiter, bis Du eine Sammlung von Bildern und Erfahrungen aus seinem Leben oder anderen Bereichen (Lieblingsfilme, Rollenvorbilder, usw.) hast, die ihm Kraft geben. Nun arbeite mit Deinem Kind kreativ daran, aus diesem Vorrat mentale Bildwelten auszuwählen, die es einsetzen kann, um sich gegen eindringliche Gedanken zu wehren. Ein Kind wird sich vielleicht ein bevorzugtes "Power-Tier" (den freundlichen Bären aus dem "Dschungel Buch") aussuchen, der Besessenheits-Gedanken einfach auffrißt. Ein anderes Kind wird sich vielleicht vorstellen wollen, es würde einer Musik zuhören, die Furcht und Besessenheit verbannen kann. Wieder ein anderes wird vielleicht in seinem Raum einen "heiligen Platz" einrichten wollen, ein Platz der Meditation, den nur es selbst nutzt, zu dem es geht, um seinen Verstand von zwanghaften Sorgen entlasten. In diesem Schrein kann es Kristalle und andere Objekte geben, die die negative Energie, die das Kind fühlt, aufnehmen und reinigen. Als Psychotherapeut habe ich herausgefunden, daß ich diesem Prozeß vertrauen kann. Wenn ich wirklich zuhöre und für das Kind mit der Besessenheit da bin, wird es früher oder später erkennen, was es für die Heilung braucht und es wird wahrscheinlich etwas sein, was mir nie in den Sinn gekommen ist. Übe dich in Geduld und du wirst reich belohnt werden. Einstiegs bitte Dein Kind sich wohlüberlegt mit irgendeiner Zwangsidee anzulegen. Nimm dazu eine kleinere Zwangsvorstellung, die das Kind leicht überwinden kann. Dann bitte es, das Wort "STOP" laut auszusprechen, bis es die Zwangsvorstellung im Handumdrehen verscheuchen kann. Während es dies tut, laß es ein Gummiband an seinem Armgelenk ziehen und loslassen, um einen leichten Körperreiz zu den Worten hinzuzufügen. Dann bitte es, die Zwangsvorstellung zu wiederholen und das "Stop" in einer gedämpfteren Stimme zusammen mit dem Schnipsen des Band einzusetzen. Wiederhole diese Folge, bis das Kind die Worte nur noch unhörbar sagt, aber dafür das Wort unterschwellig mit dem Gummiband eingibt. Nutze hierfür eine Vorher- / Nachherskala von "1" bis "7", um Informationen über die Effizienz der Methode zu erhalten. Ein Wert von "1" steht für eine Zwangsidee mit geringfügiger Stärke, fast an dem Punkt der Nichtbeachtung. Eine "7" auf der Skala dagegen, indiziert eine wuchtige, paralysierende Besessenheit, die das Bewußtsein vollkommen ergriffen hat. Die Idee ist, sich ruhig aber unablässig in der Skala nach unten zu arbeiten. RE&P bezieht seine Wirksamkeit aus der Fähigkeit Deines Kindes, gedankliche "Muskeln" zu entwickeln, die unerwünschte Gedanken fernhalten. Forschung hat erwiesen, daß diese Methode ähnlich machtvoll wie Medikation (Prozac) bei der Verminderung und Beseitigung von Obsessionalität sein kann. Dies ist ein Hauptbeweis für das Assimilations- und Anpassungs-Modell und die Fähigkeit von Leuten, sich selbst zu heilen, in dem sie tatsächlich die Hirnstruktur mit verhaltenstherapeutischen Methoden ändern. Folge diesem 4-Schritte Prozeß:
Bei zwanghaftem Händewaschen kann es das Waschbecken oder der Waschraum sein, bei zwanghaften Phobien vor Dingen außerhalb, kann es ein Spaziergang um den Block sein. Leite das Kind an, die Zwangshandlung zu vermeiden, wenn es dem Reiz ausgesetzt ist. Vereinbare, wieviel Zeit ihr beide an jedem Tag für diesen Vorgang verbringen wollt. Es ist ratsam, nicht länger als eine Stunde zu einzuplanen, zehn oder fünfzehn Minuten in den ersten Tagen ist vollkommen in Ordnung. Führe Buch über die Fortschritte, nutze dabei eine Skala, auf die ihr euch beide geeinigt habt, um die Intensität der Obsession zu bewerten. Gib dem Kind eine täglichen Rückmeldung über die Fortschritte und wenn es nur eine Minute ist. Deine Aufgabe ist es, sanft und mitfühlend Dein Kind durch Furcht und Schrecken zu führen, die es erfährt, wenn es seinen irrationalen Ängsten ins Gesicht schaut und sie dann hinter sich läßt. Die RE&P-Methode sollte nur angewandt werden, wenn das Kind seinen eigenen Willen mobilisiert hat, mit dieser Methode mitzugehen. Sie wird nicht funktionieren, wenn das Kind untermotiviert ist, weil der Vorgang der Begegnung mit den Ängsten einen intensiven Widerstand erzeugen wird, den ihr beide tapfer aushalten müßt.
Diese Kinder werden oft viel von dem Stress, dem sie ausgesetzt sind, auflösen, indem sie ihn im Bühnenspiel herauslassen. Dabei werden sie natürlich Schauspiel-Experten, weil sie so oft normal spielen müssen, während sie sich alles anderes als normal fühlen. Chaos mag sie umgeben, aber ihr Augenmerk, wenn sie sich nicht im Zweikampf mit einer Besessenheit befinden, liegt auf ihren theatralischen Zielen. Eine Art von Therapie (Kombination von Therapie und spiritueller Arbeit) geht vor sich und sollte von den Eltern ermutigt werden. Kluge Eltern werden das Interesse der Kinder ernst nehmen. Sie werden diese dramatischen Interessen als Motivation nutzen, ihre Kinder entfernten Zielen und guten Intentionen näherzubringen. Ein Weg, dies zu tun ist, an einem imaginären Spiel mit Deinem Kind teilzunehmen. Du gibst ihm die Chance auszudrücken, was es fühlt und arbeitest mit ihm an Lösungen. Ein Kind kann dann von einer Spielidee aus dem Film "Jurassic Park" plötzlich in ein ernsthaftes Gespräch über die Monster wechseln, die zu ihm in der Nacht kommen, in sein Bett in der Gestalt seiner Zwangsideen. Laß Dich auf diese Selbsterklärung ein und gib ihm eine Chance zu reden. Wenn Dein Kind ernsthafte dramatische Interessen hat, kannst du ihm helfen bei lokalen Theaterproduktionen einzusteigen, die von Zeit zu Zeit jemanden brauchen. Die Erfahrung, vor vielen Leuten auf seinen Text konzentriert bleiben zu müssen, wird spürbar seine gedanklichen "Muskeln" der Konzentration und seinen Sinn für seine Ressourcen entwickeln. Es ist eine großartige Erfahrung für Dein Kind, daß es fokussiert sein kann, wenn es muß. Verfügbare Medikamente um Obsessionen und Zwangshandlungen zu behandeln Hier ist eine kurze, untechnische Liste der vorrangigen Medikamente (Anm: US-Markt), die bei Obsessionen und Zwangshandlungen angewandt werden. Diese Erörterung baut auf die Dinge auf, die in Kapitel 10 zum Thema Medikamente bei Depressionen gesagt wurden. Bitte lies dieses Kapitel, um die Auseinandersetzung über mögliche Sicherheitsprobleme bei der medikamentösen Behandlung von Kindern und zu erwartenden Nebenerscheinungen zu verstehen. Die meisten der Medikamente, die für Depression verschrieben werden, werden auch für Besessenheit angewandt, da das gewünschte Ergebnis der Medikamentation ein ähnliches ist: Die Level der Produktion des Neurotransmitters Serotonin in verschiedenen Teilen des Gehirns anzuheben.
Das eigentliche Ziel von Medikamentation ist immer, die Aufhebung der Notwendigkeit, Medikamente nehmen zu müssen, zu erreichen, aber leider sind alle Kinder in ihren Reaktionen auf Medikamente verschieden. Entsprechend des natürlichen Wachstumsprozesses, der Entwicklung individueller Bewältigungsstrategien und dem persönlichem Elan, werden viele Kinder zunehmend unempfindlicher gegenüber ihren Besessenheiten und Zwangshandlungen. Die Medikamentation, die geholfen oder auch nicht geholfen hat, kann dann abgesetzt werden. Andere Kinder nehmen ihre Obsessionen mit hinüber in das Erwachsenenalter. Diese scheinen die Medikamente weiterhin zu brauchen, um sicher symptomfrei zu sein. So hart es Eltern auch fallen muß, "ihre Kinder auf Droge zu setzen",, die Anwesenheit der Medikation ist ein Lebensrettung für viele Kinder. Es ist aber immer eine gute Idee, mit Deinem Arzt über die Herabsetzung der Dosis zu sprechen, sobald die Verhaltenskrise Deines Kindes sich stabilisiert hat. Er wird Dich beraten, wie man vorsichtig mit den Medikamentations-Stufen experimentiert, so daß diese am allerwenigsten in das Leben Deines Kindes eingreifen. Es ist ein wunderbarer Augenblick von Eltern zu hören, daß ihr Arzt "das Medikament letztlich abgesetzt hat und es dem Kind bestens geht!" Dies ist eine reiche Ausbeute für all die Tränen, Sorgen und den Schweiß die durchlebt wurden, um ihrem Kind etwas Annehmlichkeit zu verschaffen.
Diese Erreger werden generell in vielen Kindheitskrankheiten, die mit einer Infektion einhergehen, angefunden. Das Immun-System des Körpers reagiert auf die Bakterien indem es sie jagt und die Zellen zerstört, die von den Erregern befallen sind. Aus bestimmten Gründen greift das Immun-System auch Neuronen (Nervenzellen) des Gehirns an, die für die Eindämmung von Besessenheit zuständig sind. Die Streptokokken können über Jahre in der Kehle und den Nebenhöhlen (Sinus) als Kleinstinfektion fortbestehen. Die Symptome können sich daher in trockneren Jahreszeiten verringern. Wenn Dein Kind plötzlich Zwanghaftigkeiten aufweist, die sich dann im Sommer oder Frühherbst abschwächen, ist es klug, einen Allgemeinmediziner nach einer unentdeckten Streptokokken-Infektion fanden zu lassen. Wenn eine Infektion entdeckt und mit Penizillin behandelt wird, vergewissere Dich, mit dem Arzt als Nachsorge für eine Wiederherstellung der normalen Bakterienabwehr zu sorgen. Weil nämlich Antibiotika oft einen sterilisierenden Effekt haben, werden manche Eltern ihren Kindern nach eine Behandlung mit Antibiotika die natürliche Ergänzung Aciddophilus geben. Tägliche Übungen: Obsessionen und Zwänge Heilraum Der Kampf Deines Kindes mit Besessenheiten kann der größte Kampf sein, den es jemals führen wird. Es wird all Deine Hilfe und Unterstützung brauchen, ebenso wie einen ruhigen, privaten Platz zum Ruhen und Entspannen. Hier kann es die Heilbilder aufrufen und nutzen, die du ihm gegeben hast. Arbeite mit ihm gemeinsam, um den persönlichen Raum zu schaffen, den es braucht. Hilf ihm, Objekte auszuwählen, die ihm wichtig sind und tue sie in diesen Raum. Sage ihm, daß dies ein Platz ist, wo es etwas Frieden erfahren und seinen Verstand erholen kann. Ermutige es, hierher zu kommen, um Atmungsübungen und Visualisierungs-Übungen oder eigene Meditationen zu machen. Vergewissere dich, daß Dein Kind weiß, wie man "die Rose" oder ähnliche Übungen macht, die Bilder enthalten, in denen Vervollständigung und Vergehen durchlaufen werden. Es kann diese Übungen nutzen, um sich von zwanghaften Gedanken zu befreien, wann immer es diesen Raum betritt. Verbrenne ein wenig Salbei oder Weihrauch und erfinde ein Willkommen-Zeremoniell für diesen Platz. Trinke einen leckeren beruhigenden Tee, wie Chamomila oder eine Tee-Mischung, wie "Winterabend" oder "Kamin-Zauber". Ermutige seine dramatische Seite zur Erschaffung einer eigenen Zeremonie. Mit ihm zu daran zu tun zu haben, seinen privaten, spirituellen, heilenden Platz zu bauen, kann die Dinge zu einem großartigen Start hin bewegen und ist eine Feier seines Selbstheilungspotentials.
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Nachspann:
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Hinweis des Autors: Der Ausdruck "Distress" wird hier dahingehend verwandt, das er einen Weg beschreibt, der die Situation verschlimmert -- durch "Kampf" oder "Flucht"-Reflex. Der Ausdruck "Eustress" beschreibt eine Haltung, die dem Stress eine Art Selbstvertrauen und sicheren Wissens entgegensetzt, daß beim Zusammentreffen mit Stress, der Stress gemeistert und ihm überlegen begegnet werden kann. Hinweis des Übersetzers: Der Ausdruck "Besessen" oder "Besessenheit" wird hier für das englische "obsessive" eingesetzt, weil wir meinen, daß man auch von einer Idee besessen sein kann und das Wort schon längst nicht mehr die mittelalterliche Bedeutung hat, die mit Dämonen und Finsternis einher geht. Korrekt, aber nicht immer literarisch brauchbar, ist die Bezeichnung "Zwangsidee" für obsession und "Zwangshandlung" für compulsion. In Deutschland würde man OCD in der Schublade "Zwangsstörung" wiederfinden. |
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Ein Auszug aus dem Buch "Survival Strategies für Parenting Your ADD Child: Dealing with Obsessions, Compusions, Depression, Explosive Behaviour and Rage" von George Lynn, Underwood Books, Grass Valley, CA, 1996. Mit der freundlichen Genehmigung des Autoren, siehe auch Bild rechts oben. Tip: Das englischsprachige Buch kann über www.amazon.com bestellt werden.© copyright George Lynn |
copyright Übersetzung Hypies (tm) in 1998