Und nun das Jahr 2000?
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Es gibt inzwischen mehrere Bücher von Heribert Illig (und inzwischen auch anderen), der unerklärliche Phänomene in Chroniken, Landkarten und Baukunst des Mittelalters untersucht hat, die bislang nur als Merkwürdigkeiten ohne Erklärung gelten mußten. In der Geschichtsforschung gibt bestimmte Risse und Brüche in der Zeitfortschreibung, die den Studierenden geläufig sind, die aber keine Erklärung gefunden haben. Heidi hat in ihrem Studium des Mittelalters erfahren, daß diese Merkwürdigkeiten als unerklärlich ausgeklammert wurden und keine weitere Bedeutung erhielten. Das Buch von Illig wendet sich an den fortgeschrittenen Kenner der Materie und ist kein schnelles Werk, das man mal eben überfliegen kann. Grad darin liegt die Überzeugungskraft der Indizien, von denen Heidi sagt, daß sie ihr bereits während des Studiums merkwürdig aufgefallen sind. Da gibt es Städte, die von Landkarten verschwinden und erst nach vielen Jahrhunderten plötzlich wieder erscheinen. Die Kunst Architektur scheint über Jahrhunderte plötzlich still zu stehen, die Fertigkeit des Kuppelbaus ist in dieser Zeit wie vom Erdboden verschwunden, um dann ohne Vorwarnung wieder vorhanden zu sein und weiterentwickelt zu werden. Bis lang hat niemand die Kühnheit besessen, diese Indizien zu einer Theorie zu formen, bis in 1996 Heribert Illig mit einem Buch eine (nach Heidis Worten: vollkommen überzeugende) Erklärung lieferte: In dieser Zeit ohne Kalender wurden mehrere Jahrhunderte aufgefüllt, nach dem man die Uhr einfach vorwärts gedreht hatte, ohne daß es die Menschen, die ohne Zeitachse lebten, mitbekommen hätten. In Frankreich gab es Klöster, die in größerem Umfang Zeitdokumente fälschten, um die Ansprüche der Kirchen auf Ländereien und Positionen als historisches Recht zu erwirken. Das es aus dieser Zeit mehr Fälschungen gibt, als echte Dokumente, ist jedem Geschichtswissenschaftler geläufig. Heribert Illig geht aufgrund der Idizien davon aus, daß diese Dokumente in eine Zeit zurück datiert wurden, die niemals existiert hat. Nach seinen Thesen wurde also nicht einfach rückdatiert, sondern es wurde die Uhr einfach vorgestellt. Ein Abt namens Suger war der Leiter des Unternehmens, das für die Interessen der Kirche Geschichtsfälschung betrieb. Ganze Wagenladungen alter Chroniken sollen unter seiner Anleitung produziert worden sein und in das Zeitalter zurückdatiert worden sein, von dem wir wissen, daß es das angebliche Zeitalter "Karls des Großen" gewesen sein soll. In diesem Zusammenhang erscheint es plötzlich möglich, das die Herrschaft Karls des Großen niemals stattgefunden hat, sondern ein Mythos ins scheinbare Leben überführt wurde. Was alles Karl der Große in Europa freihändig und allein vollbracht haben soll, wo er gleichzeitig überall Recht und Einigkeit verbreitet haben soll, läuft eher auf eine Glaubensfrage, als auf exakte Geschichtsschreibung hinaus. Daß Karl der Große niemals existiert haben soll, erscheint vielen Menschen sogleich als überhaupt unmöglich, aber wer sich mit Geschichte befaßt hat, dem ist die Existenz solcher sagenhaften Gestalten (Arthur, Siegfried, usw.) nicht schon durch einige Jahrhunderte später angefertigte Bilder oder Reiterstandbilder belegt. Dies ist so unglaublich, daß es uns schwer fällt, diese mutige Theorie, für die aber unzählige Indizien sprechen, für ganz und gar richtig zu halten. Andererseits wissen wir, daß die vatikanischen Dokumentsammlungen, die bis in diese Zeiträume zurückgehen, strenge Verschlußsache sind. Also, wenn der Trubel vorbei ist und die verdienten Sektkorken des Volkes geknallt haben, kann jedermann bei Interesse die Bücher zu diesem Thema für wenig Geld erwerben. Leider haben wir seit 1997 das Buch von Heribert Illig verborgt, sonst würden wir Euch genauere Angaben machen können, was einzelne Indizien und die genaue Datierung der Fälschung anbetrifft. Der betreffende Zeitraum soll (nach unserer Erinnerung) zwischen 651 und 921 nach Christus liegen, das heißt, wir leben eventuell erst im 17. Jahrhundert. Eure Hypies Hier kann man mehr lesen: www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3612264923/r/028-3858234-1686818 |
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Das erfundene Mittelalter. Preis: DM 18,90 |